Abschied von der Südinsel und unserem Van

Nach einem emotinalen Abschied von unseren Freunden der Apfelplantage, folgte zwei Nächte später der Abschied von der Südinsel. Unsere letzte Nacht verbrachten wir auf einem schönen, grünen Campingplatz, nur 20min von der Fähre entfernt. Allerdings konnten wir die Schönheit des Naturreservoirs und der Bucht erst am nächsten Tag kurz vor Aufbruch bewundern, da in der Nacht einer der stärksten Stürme, die wir erlebt hatten, über uns herzog. Der Wind war so stark, dass unser Van hin und her wankte und der Regen fühlte sich an, als würde der Himmel auf uns fallen.

Während draußen der Sturm tobte erinnerten wir uns an all das Erlebte in den vergangenen sechs Monaten auf der Südinsel und freuten uns erneut daran unsere Küche im inneren des Vans gebaut zu haben. So konnten wir geschützt und trocken ein simples Maal genießen.

Am nächsten Morgen war unsere Fähre ein paar Stunden verspätet, doch dafür schien die Sonne, wie als wäre die vergangene Nacht nicht gewesen. Wir verbrachten die letzten Stunden mit Ausblick auf die Queen Charlotte Bucht und schauten den Booten und der Fähre zu.

Die überfahrt, diesmal nicht wie auf dem Hinweg bei Nacht, fing richtig schön an. Wir fuhren vorbei an vielen schönen Buchten und Seitenarmen und die Fähre manövrierte sich erstaunlich agil durch die verwinkelte Straße bis zur offenen See. Dort hörte der Spaß dann aber abrupt auf, denn die Wellen waren hoch und die Fähre bewegte sich auf einmal ganz schön auf und ab. So dauerte es auch nicht lange bis ich, wie viele Reisende auch, mit einer Papiertüte in der Hand zur Toilette rennen musste. Caro erwischte es noch heftiger. Sie blieb für die halbe Überfahrt direkt auf dem Klo und klammerte sich verzweifelt fest, während das Schiff über die Wellen krachte.

Irgendwann erreichten wir dann endlich Wellington und fuhren, mit noch flauen Magen, weiter an der Westküste entlang nach Norden, um einen Campingplatz für die Nacht zu finden. Fündig wurden wir an einem schönen Kiesstrand, von wo wir sogar noch die Silhouette der Südinsel erkennen konnten.

Bis Auckland waren es noch knappe 1000 km und wir hatten ungefähr eine Woche eingeplant bis wir dort ankommen und unseren Van verkaufen wollten. In den nächsten Tagen wollten wir noch zu dem Vulkan «Taranaki» fahren, danach einen unserer Lieblingscampingplätze besuchen und natürlich den Van auf den Verkauf vorbereiten. Denn ein paar Schönheitsreperaturen, sowie Fotos für die Anzeige mussten auch noch erledigt werden.

Den Vulkan konnten wir schon Stunden vor der Ankunft aus der Ferne erkennen. Ein einzelner mit Schnee überzogener Berg, der in der sonst flachen Küstennahen Landschaft visuell herausstach. Wir hatten uns einen Campingplatz auf halber Höhe des Vulkans ausgesucht. Mit dem Sonnenuntergang zogen tiefhängende Wolken heran, die mit den goldenen Strahlen der Abendsonne den Ausblick noch viel schöner aussehen liesen. Trotz des starken Windes setzten wir uns in unseren Winterjacken auf eine Aussichtsplattform und schauten in die Abendröte. Plötzlich klingelte mein Telefon und mein guter Freund Chris aus Hagen meldete überglücklich seine sichere Ankunft in Neuseeland. Wir tauschten unsere Pläne aus und verabredeten uns auf ein Wiedersehen in Auckland.

In der Zwischenzeit meldete sich aus östlicher Richtung ein blutroter Schimmer an. Völlig erstaunt beobachteten wir von unser Aussichtsplattform, wie ein riesiger roter Vollmond am Horizont aufging.

Weil wir danach immer noch nicht genug von tollen Aussichten hatten stellten wir für den nächsten morgen den Wecker auf 5:30 Uhr und liefen zurück auf die Plattform um uns diesmal den Sonnenaufgang anzuschauen. Wunderschön. Aber nach ein paar Minuten war die Aussicht noch ein weilchen weiterzudösen doch überzeugender, denn wir hatten noch fünf Stunden Autofahrt vor uns.

In den folgenden zwei Tagen näherten wir uns langsam Auckland. Langsam, weil wir genug Umwege fuhren, um unsere letzen Fahrten mit unserem lieben Van nicht auf großen Autobahnen verbringen, zu müssen. Stattdessen schlängelten wir uns durchs Land und verbrachten die Nachmittage damit das Auto vorzubereiten.

Hier sind unsere letzten Bilder vom «Jones Landing» dem letzen campingplatz, einem unserer lieblings im Neuseeland:

Van ready zum Verkauf 😦

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