Nach ziemlich genau einem halben Jahr auf der Nordinsel, waren wir nun im Süden angekommen. Voller Erwartungen durch weitläufige Natur und neben imposanten Bergen zu fahren, abgelegen von Menschen an Gewässern zu campen und schöne Wanderungen zu unternehmen. Von vielen Kiwis (Neuseeländer*innen) wurden wir, während unserer Zeit auf der Nordinsel auf solche Erwartungen eingestimmt, die auch direkt mit unseren ersten Campingplätzen nach Fähre erfüllt werden sollten.

der Herbst begrüßt uns in Blenheim



Unsere geplante Reiseroute führte uns gen Westen, wo wir uns schließlich in Motueka mit Leons Cousine Anouk trafen. Sie hatte die letzte Woche für drei Kinder und eine Mutter den Haushalt geschmissen und wollte nun wieder etwas erleben. Wir ließen uns, mit von der Familie geliehenem Equipment, auf eine dreitägige Hüttenwanderung im «Able Tasman» ein. Von einem Wassertaxi wurden wir frühmorgens in das Naturschutzgebiet an der Küste abgesetzt und starteten gemächlich in unsere erste Etappe.
Der Wanderweg führt stetig an der Küste lang und verleitet dazu bei jeder schönen Aussicht einen Brotzeit-stop zu machen. Oder im Sommer bei jedem Strand für eine schnelle Abkühlung ins Wasser zu springen.
Die Hütten sind mit Wasserquelle, einem Gemeinschaftsraum mit Holzofen und Schlafzimmern ausgestattet. Allerdings hängt an jedem Wasserhahn ein Schild, dass darauf hinweist man solle das Wasser vor dem Gebrauch abkochen.
Das haben wir anfangs auch noch mit unserem kostbaren Gaskocher gemacht, bis wir in unserer letzten Nacht von zwei erfahrenen Wanderinnen erklärt bekommen haben, dass die Schilder nur aus Vericherungstechnischen Gründen dort hängen, das Wasser eigentlich aber vollkommen sauber sei.





Nach drei schönen Wandertagen bei bestem Wetter, voller Witze, Family-gossip, Kartenspielen und instant Nudeln kamen wir erschöpft und hungrig wieder bei unserem Auto an.
Hungrig nach etwas frischem machten wir uns über die am Straßenrand angeboteten Bioäpfel her und planten unser Abschiedsessen mit italienischer Pizza, bevor wir Anouk bei einem Hostel in Nelson absetzten.

Für sie ging die Reise auf der Nordinsel weiter, während wir an der Westküste weiter Richtung Süden zogen. Denn zwei Tage später wollten wir schon in einem Skigebiet in der Mitte der Insel sein, wo Caro ein Vorstellungsgespräch vor Ort führen wollte. Doch dazu kam es nicht, weil unser Van leider anfing Motoröl zu verlieren, und wir deswegen gezwungen waren in Greymouth für einen Werkstattbesuch zu halten.

Die Stadt machte ihrem Namen so viel Ehre, dass wir nur dieses Foto von einem Strandgebäude haben. Mit ein bisschen Dämmung und einem Dach, hätte es genug Zimmer gehabt, um eine große Wg zu beherbergen.
Zu unserem großen Glück konnte Caro ihr Vorstellungsgespräch spontan online halten, und, als ich sie eine Stunde später wieder in der Bibliothek abholte, strahlte und tanzte sie. Als Antwort auf ihre Frage nach dem Stand meiner Bewerbung hieß es, dass mein Vertrag in diesem Moment geschrieben werde und, dass sie Paare immer zu zweit einstellen würden. Also hatten wir die Jobs praktisch in der Tasche uns tanzten voller Euphorie nun zu zweit in der Bücherei. Das tagelange Bewerbungsschreiben im Februar hatte sich ausgezahlt und wir hatten auch endlich eine Aussicht über unsere finanzielle Zukunft für den Winter. Caro wird im Ticketbüro und ich als Koch im Cafe des Skifelds arbeiten.
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